Wie auf einen alten Dampfmaschine,
kann man sich auf das Lüner Horrorbiz-Label verlassen. In aller
Regelmäßigkeit hustet es im Pott und es strömen wieder neue Releases
über die zu kurzen, mit Ampeln versehenen Autobahnauffahrten nach
ganz Deutschland. Mit genau dem Gleichen unregelmäßigen Husten
kommen auch öfters mal kleine Split-Bröckchen mit aus dem
„Horrorbiz“-Schornstein. Eine Art der Vermarktung und der Bewahrung
traditioneller Werte, die leider immer seltener zelebriert wird, da
jetzt durch wegfallende Distributionswege alles in der
Belanglosigkeit des 2.0 verschwindet. Einer dieser Split-Brocken,
die vom Ausmaß her schon fast an einen ordentlichen Kotzbrocken
erinnern, ist das Aufeinandertreffen von „Enemy Alliance“ und „The
Indecision Alarm“. Mit sechs Songs treten beide Bands zusammen in
einen magischen schwedischen Punkrock-Zykel. „Enemy Alliance“
aus Malmö starten die Punk-Runde und überzeugen durch schlichten
melidiösen Punkrock, der mit einer Hardcore-Würzmischung ohne
Geschmacksverstärker verfeinert wurde. Rauh, nett und mitreißend
präsentiert sich die Band, die sich erst vor zwei Jahren formiert
hat und von der man hoffentlich noch mehr hören wird. Nicht ganz
so neu im Geschäft sind dagegen „The Indecision Arlam“, die sich vor
allem durch die Tatasache abstempeln lassen, dass hier zu ¾
„Adhesive“ auf die Bühne treten. Hier mal weg von Historizität und
hin zur Gegenwart in der mir ein wenig die Luft weg bleibt. Denn
nach dem ersten Song von „ The Indecision Arlam“ habe ich schon
wirklich schlimmes befürchtet, aber danach kommt es wirklich dicke!
Kratzig emotionale Stimme zu Punk, der nicht auf die überholspur
geht und bei dem Frankie Stubbs zusammen mit Chuck Ragan an der
Theke mit den Füße wippen würden, während hinter der Theke alte
Männer mit filzigen Bärten, im dreißigsten Semester Sozialpädagogik,
fröhlich Whiskey verkaufen. Rauhes und dreckig verschmirrtes
Punkrock-Split, dass Lust macht auf mehr!